
Die Wiener Symphoniker in Japan
Dokumentation: 52 Minuten
Fertigstellung: Februar 2007
Format: HDTV
Fernsehsender: ORF, 3sat
Produziert von Barbara Weissenbeck, Filmwerkstatt Wien
Ein Container randvoll mit schwarzen Fräcken, beheizte LKWs beladen mit hundert Musikinstrumenten und an die hundert Frauen und Männer werden sich im Herbst 2006 zwölf Tage lang quer durch Japan bewegen, um in den großen Konzertsälen des Landes das japanische Publikum mit Werken von Mahler, Mozart und Brahms zu begeistern. Neun Mal werden die Wiener Symphoniker auf ihrer Reise pünktlich auf die Minute die Bühnen betreten und damit beginnen, ihre Instrumente ein letztes Mal zu stimmen, bevor Dirigent Fabio Luisi den Taktstock zum Einsatz erhebt.
Doch damit es dazu kommen kann, sind ein Aufwand und eine logistische Leistung vonnöten, deren Ausmaß die Zuschauer im Saal allenfalls erahnen können. Genau das, was vor dem Abflug der Musiker, während der Reise und zwischen den Konzerten passieren wird, dokumentiert dieser Film und gibt so einen fesselnden Einblick in das Innenleben eines der berühmtesten Orchester der Welt, beleuchtet das Ausmaß des logistischen Megaprojekts und bringt dem Fernsehzuschauer die Musiker, die er sonst fern und erhaben auf der Bühne sieht, menschlich näher.
Eigens für die Tournee studiert Fabio Luisi ein neues Stück ein: Gustav Mahlers erste Symphonie. Die Kamera wird dabei dicht bei dem Stardirigenten sein und ihn genau beobachten, wie er seine Musiker auf einen bestimmten Sound einschwört. Bereits bei den Proben lernt der Zuschauer die anderen Hauptprotagonisten des Films kennen.
Die Reisen innerhalb Japans werden mit dem Zug zurückgelegt. Die Kamera wird das Spektakel genau dokumentieren, wenn hundert Musiker mit ihren Instrumenten die Bahnhöfe betreten und in den Waggons die Plätze einnehmen. Während den Fahrten wird der Film wieder nah an den Hauptprotagonisten sein, ihre Gespräche und Stimmungen festhalten. Neben den Künstlern und den Musikinstrumenten reist auch ein Container mit, der randvoll mit Fräcken ist.
Ob bei den privaten Aktivitäten der Künstler oder im Rahmen der Konzerte, immer wieder wird das Aufeinandertreffen der sehr unterschiedlichen Kulturen ein Thema sein. Es dürfte den Wienern - gewohnt an einen herzhaften Händedruck - nicht einfach fallen, die Anliegen und Gesten der Japaner zu verstehen - allein den angemessenen Winkel der Verbeugung zu wählen ist kein leichtes Unterfangen.