
Clipping from the European biggest
newspaper, the “Bild-Zeitung”
dated August 1st 2002
Berlin 1997 bis 2004
Maximilian Stelzle lebte von 1997 bis 2004 in Berlin und arbeitete als Autor und Regisseur für deutsche Fernsehsender, darunter das ZDF, RTL und Sat.1. Er drehte Reportagen und Magazinbeiträge in Deutschland, Österreich, Spanien, Irland und Island. Oft waren soziale Experimente Inhalt seiner Filme, vielfach realisierte er diese mit versteckter Kamera.
Im Jahr 2002 zum Beispiel lies er im Berliner Umland einen Kornkreis anlegen. Über Nacht und von niemandem beobachtet walzten die Kornkreis-Gestalter ein kreisrundes, 45 Meter großes Gebilde in ein Weizenfeld. Die Form dieses Kreises entnahmen sie einer Tomaten-Salami-Pizza, die sie als Stärkung beim ortsansässigen Pizzalieferanten bestellt hatten. Einen ganzen Sommer lang beobachtete Maximilian Stelzle das bunte Treiben um den Kreis, führte Interviews und filmte die Untersuchungen von so genannten Kornkreis-Experten – ohne sich dabei als Initiator des Kornkreises zu erkennen zu geben. Das Medienecho war enorm, bundesweit berichteten Zeitungen und Fernsehsender über das merkwürdige Gebilde im Kornfeld und rätselten über dessen Entstehung. Erst im Herbst wurde in der Sendung stern TV auf RTL enthüllt, dass der „Schönwalder Kornkreis“ im Auftrag von stern TV angelegt worden war, um die Reaktionen von Wissenschaftlern, Medien und den Anwohnern zu beobachten.

Photo: Gustl Gschwandtner
Wien seit 2004
Seit 2004 lebt Maximilian Stelzle in Wien und drehte seitdem zahlreiche Fernsehdokumentationen für den deutsch-französischen Kultursender arte und den österreichischen Rundfunk.
Er entwickelte beispielsweise im Jahr 2004 das Drehbuch für die 50minütige Wissenschaftsdokumentation “Freak Waves”. Der Film erzählt die Begegnung von Seeleuten mit außergewöhnlich hohen Wellen und erklärt das Entstehen derartiger Monsterwellen. Maximilian Stelzle drehte für diesen Film in den Niederlanden, Portugal, Dänemark, Deutschland und Montenegro. Unter anderem erzählt der Film die tragische Geschichte des 52jährigen Matrosen Petar Markovic, dessen 181 Meter langes Frachtschiff “Flare” Anfang 1998 mit einer Freak Wave kollidierte. Die Wucht der Welle zerbrach den Frachter in zwei Teile. Binnen einer halben Stunde sank das Heck. Am nächsten Tag konnten Markovic und drei seiner Kollegen von der Canadian Coast Guard lebend geborgen werden. Sie waren in einem erbärmlichen Zustand. In dem Untersuchungsbericht des Transportation Safety Board of Canada heißt es: “Ihre Körpertemperatur beträgt zu diesem Zeitpunkt zwischen 26 und 28 Grad.” Aber die vier Männer hatten Glück: Sie sind die einzigen, die lebend geborgen wurden.
Für den Österreichischen Rundfunk gestaltete Maximilian Stelzle sechs Folgen der Dokumentarserie “Das ganz normale Verhalten der Österreicher”. Die Serie widmet sich dem Alltagsleben seiner Wahl-Landsleute. Jede Folge ist etwa 45 Minuten lang und befasst sich mit einem bestimmten Thema. Zum Beispiel dokumentierte der Regisseur Familien und Pädagogen bei der Erziehung von Kindern und Jugendlichen, beleuchtete den Umgang der Österreicher mit ihren Haustieren, drehte auf Volksfesten und Familienfeiern oder begleitete Paare über ein Jahr lang mit der Kamera beim Hausbau. In diesen Filmen gibt der Regisseur einen intimen und entlarvenden Einblick in typisch menschliche Verhaltensweisen und beleuchtet ethnologische und psychologische Hintergründe.